Über den Norwegischen Lundehund
Der Norwegische Lundehund ist ein kleines anatomisches Wunder
Lundehunde sind nicht nur die vielleicht älteste Hunderasse Norwegens, sie gelten auch als ein kleines anatomisches Wunder. Sie sind ausgestattet mit zusätzlichen Zehen (mindestens 6 an jeder Pfote) sowie den Fähigkeiten, den Kopf bis auf den Rücken zurückzubeugen und die Vorderläufe extrem weit zu spreizen.
![]() Spreizbare Vorderläufe |
![]() Sechs Zehen |
![]() Gelenkiger Nacken |
![]() Verschließbare Ohren |
Von den heute weltweit ca. 1300 Exemplaren der Rasse leben in Deutschland ca. 70 Tiere. Der Norwegische Lundehund (auch vereinzelt Måstadhund genannt) ist eine seltene Hunderasse – nicht allein darum, weil es nur wenige Exemplare gibt, sondern vor allem im Sinne von “einzigartig”.
Grund dafür sind anatomische Besonderheiten, wie sie einzeln auch bei anderen Rassen zu finden sind, alle Besonderheiten auf einmal jedoch nur beim Norwegischen Lundehund.
Ein Ausflug in die Geschichte des Norwegischen Lundehundes
Lundehunde sind die wahrscheinlich älteste Hunderasse Norwegens. Da die zu den Lofoten gehörenden Inseln Røst und Værøy, während der letzten Eiszeit eisfrei blieben, geht man davon aus, dass diese Rasse dort überlebt hat und ein direkter Nachkomme des Urhundes Canis ferus ist und nicht des Canis familiaris, wie unsere anderen Hunde.
Der Ursprung aller nun lebenden Lundehunde liegt in der kleinen Ortschaft Måstad auf Værøy. Da die Hunde in Måstad sehr isoliert lebten, konnte eine Einkreuzung anderer Rassen verhindert werden. Ursprünglich wurde die Rasse vor Jahrhunderten bereits als Vogeljäger und als Hirtenhund eingesetzt.
„Lundefugl“ : Das ist der norwegische Name für einen Seevogel, eine Alken-Art. Hier bei uns nennt man ihn Papageientaucher. Diese Vögel wiegen zirka 500 Gramm und nisten in Kolonien. Ihre Brutstätten befinden sich entlang der Felsenküste der Lofoten sowie auf weiteren Inseln im Norden.
Die Bruthöhlen sind in Felsspalten, in Geröllhalden sowie in unterirdischen Gängen zu finden, in denen mehrere Vögel gleichzeitig etwa 40 Tage brüten. Nach weiteren 40 Tagen verlassen die Jungvögel ihren Nistplatz.
Die Papageientaucher kommen in den Monaten März und April in großen Scharen zu den Vogelfelsen, von denen sie im August wieder abziehen, um dann bis zur nächsten Brutzeit auf dem Meer zu verweilen.

Zu früheren Zeiten waren die Papageientaucher insbesondere für die Nord-Norweger, die sich vorwiegend von Fisch ernährten, eine Bereicherung des Speiseplanes. Die Vögel wurden in Fässern gesalzen gelagert. Die Federn und die Eier sicherten zudem ein zusätzliches Einkommen.
Auf einigen Höfen war die Vogeljagd sogar die Haupteinnahmequelle. Die Bauern und Fischer hielten im Durchschnitt an die zwölf Hunde. Um immer wiederkehrende Streitigkeiten über die Anzahl der Tiere zu verhindern, durfte keiner offiziell mehr besitzen als sein Nachbar.
Den Wert eines guten Hundes schätzte man höher als den einer Kuh – war er doch in der Lage, in einer Nacht bis zu 130 Vögel aus den Bruthöhlen herauszuziehen.
Da man etwa im Jahre 1850 damit begann, die Vögel mit Netzen zu fangen und die Jagd auf Papageientaucher in dieser Form wirtschaftlicher war als mit den Lundehunden, ging deren Bestand rapide zurück.
1950 schließlich wurde die Jagd auf diese Vögel mit Netzen und Hunden endgültig verboten.
Eine kurze Rassenbeschreibung
Der Norwegische Lundehund ist ein kleiner Vierbeiner mit fuchsähnlichem Aussehen. Die Größe der Rüden liegt zwischen 35 und 38 Zentimetern, die von Hündinnen bei 32 bis 35 Zentimetern. Das Gewicht beträgt etwa sieben Kilo (Rüden) und sechs Kilo bei Hündinnen.
Die Fellfarbe ist rotbraun und weiß mit schwarzen Haarspitzen. Die Augen sind, wie auch bei allen anderen Nordischen Hunden, deutlich schräg gestellt und haben eine bernsteinartige Farbe. Der Lundehund ist sehr menschenfreundlich, aufgeweckt, klug und verspielt.
Er ist ein idealer Familienhund, dem jedoch eine sinnvolle Beschäftigung geboten werden muss: Da er dem Papageientaucher nicht mehr nachstellen kann, möchte er gerne eine neue Aufgabe bekommen.
Der Lundehund ist sehr menschenfreundlich, aufgeweckt, klug und verspielt. Er ist ein idealer Familienhund, dem jedoch eine sinnvolle Beschäftigung geboten werden muss. Lundehunde sind aber auch wenig stressresistent und vor allem sehr lärmempfindlich.
Bei aller Begeisterung für diese außergewöhnliche und schöne Hunderasse sei jedoch eine sehr wichtige Besonderheit nicht verschwiegen. Denn bei der Haltung eines Lundehundes müssen folgende Dinge unbedingt beachtet werden:
Da in der ursprünglichen Lebensform dieser Hunde die Ernährung auf der Basis von Fisch und Vögeln beruhte, ist der Organismus für die Aufnahme von Säugetierfetten nicht eingerichtet. Bei der Auswahl des Futters muss also erhebliche Sorgfalt gewährleistet sein.
Denn bei der Aufnahme von tierischen Fetten kann es plötzlich zu heftigem Durchfall und Erbrechen kommen.



